Ich habe nun Breitband-Internet. Diese Erkenntnis an sich wäre nicht erwähnens-, oder gar schreibendwert, würde sich dieser Internet-Zugang in einem Ballungsgebiet befinden. Doch Österreich besteht auch aus Land. Und da wird’s eng mit der digitalen Infrastruktur.

Der Flachgau ist bei weitem nicht die hinterste Pampa von Österreich. Im Einzugsgebiet der Stadt Salzburg liegend, ein Paradies für EinzelheimfetischistInnen und Speckgürtelfans, die Bevölkerungsentwicklung sehr positiv. Aber selbst hier wird es mit der Breitbandversorgung schwierig. ISDN oder ADSL: Komplette Fehlanzeige, auch Adressdatenbanken etwas anderes behaupten. Im Dorf ist es nicht ganz so schlimm, aber auch hier ist mit 8Mbit-ADSL das Ende der Fahnenstange erreicht. Unentbündelt versteht sich, das heute oft unnötige Festnetztelefon muss teuer mitgezahlt werden.

Das ich als Teilzeit-Bewohner jener Offline-Region in den Genuss zeitgemäßer Surfgeschwindigkeiten komme, ist dem Erfindergeist eines Unternehmers aus dem Nachbarort zu verdanken. Er bietet Internet-Zugänge via WLAN an: Ein Mesh-Netzwerk mit zentralen Knotenpunkten auf den Bergen ringsum versorgt auch abgelegene Weiler. Komplett neu ist die Idee mit Internet via WLAN nicht. Sie füllen eine wichtige Lücke im digitalen Intrastrukturbereich: Oft in kleinräumigeren Gebieten eingesetzt sind sie dort die einzige Alternative.

Das E des Grauens

Die einzige Alternative auch deshalb, weil Internet via Mobilfunk in Ländlichen Gebieten diese Rolle nicht einnehmen kann. Neben technischen Einschränkungen – VPN, VoIP und anderes werden von den Providern gerne blockiert – beißt sich die Katze auch hier in den Schwanz: Gut ausgebaute, schnelle 4G-Verbindungen gibt es nur in Ballungszentren, am Land ist die Netzabdeckung vergleichsweise schlecht. So auch in Helming: Wiewohl in Sichtverbindung mit dem Mobilfunkmasten am Berg gibt’s im Hause nur EDGE. Zum Surfen immer auf den Balkon zu gehen, ist dann mit der Dauer auch langweilig. Eine Outdoor-Wlan-Antenne ist praktischer.