Psychedelischer Catcontent, verkleidet als französische Kinderserie

Der Sonntag ist nicht mehr lange und so darf es auch der Sonntagsfilm nicht sein. Daher gibt’s dieses Mal keine lange Dokumentation, sondern eine 5-minütige Kindersendung wie sie nur im Frankreich der 1980er Jahre erschaffen werden konnte: „Die Sendung mit der Katze“

Kindersendung? So ganz kann ich es nicht glauben. Die Sendung trägt etwas sehr Psychedelisches in sich. Passenderweise strahlt ARTE die derzeitige Wiederholung um 5 Uhr morgens aus – die richtige Uhrzeit, käme man von einer Party heim und möchte im leichtem Rausche noch ein kurzes Video schauen.

Worum geht’s? Da wären der Kater Muschkatz und die Straußendame Lola, die eine Nachrichtensendung präsentieren. Hinzu kommen ein Bügeleisen (Doktor Faltfrei), ein Kochtopf (Gisela), ein Besen (Bürsthart) und viele andere Charaktere – alle sprechen sie und haben ein Gesicht, was der Serie den Charme eines LSD-Trips gibt. Dabei werden durchaus komplexere Themen angesprochen, wie man sie im Kinderfernsehen nicht vermuten würde.

Dinge stehen prinzipiell im Mittelpunkt, alle sind sie Menschenähnlich, auf reale Personen wird gänzlich verzichtet. Berichtet wird rein aus der materiellen Welt, es gibt einen Dingeschutzverein und täglich den Jahrestag eines Gegenstandes (wie den „Sankt Tropfender Wasserhahn“).

Der französische Originaltitel lautet „Téléchat“, für den deutschen Titel entschied man sich wohl wegen der Anspielung an eine andere – harmlosere – Kinderserie.