Der letzte Tag der re:publica 2012 brachte zum ersten Mal (für mich) überfüllte Räume. Der Veranstaltungssaal zur  Diskussionsrunde "Copyriots! Der Kampf der Kulturen" war vollgefüllt, für zuspätkommende (wie mich) gab es nur mehr Stehplätze. Die Diskussion selbst - Pro und Contra Urheberrecht, das Versagen der Medienindustrie und was die KünstlerInnen davon halten - war aber zu interessant um sie zu verlassen - Protokoll gibts halt keines.

Vor etwas kleinerm Publikum sprach dann Felix Schwenzel warum das Internet nichts virtuelles, sondern etwas sehr reales ist. An der Schnittstelle virtuell/real waren dann auch die beiden nächsten Vorträge beheimatet: 3D-Printing und Fablabs. Wieder richtig Digital wurde es dann bei Dirk von Gehlen, der ein Lobeslied auf die Kopie besang. Sein Plädoyer war eindeutig: Im Digitales Zeitalter lässt sich ein Original von einer Kopie nicht mehr unterscheiden - das Urheberrecht, in der Form wie wir es kennen, damit hinfällig. Schwieriger zu verstehen war der Vortag von Mercedes Bunz (Welches revolutionäre Element steckt in der Digitalisierung?), Seemann erlebte ich nur kurz (Weil ich auf der Suche nach meiner verlorenen DigiCam war) und Katrin Passig schloss die re:publica mit "Standardsituationen der Technologiebegeisterung". Die re:publica war nach der Verabschiedung zu Ende, für mich geht’s in ein paar Tagen weiter zur Next-Conference: Es wird startupiger, kommerzieller und hoffentlich nicht flacher.

Ein großes Dankschön möchte ich dem unbekannten Finder/der unbekannten Finderin aussprechen, die meine DigiCam am Lost-and-Found-Schalter abgegeben hat. Bei Heise.de lässt sich ein Resüme der re:publica nachlesen, schöne Fotos hat Flickr und die Videoaufzeichnungen gibts bald unter re-publica.de

Transcript: Roh-Mitschrift und Beta.

 

Copyriots! Der Kampf der Kulturen

Johnny Haeusler, Conrad Fritzsch, Konrad von Löhneysen, Roxanne de Bastion, Hans Hafner, Sessioninfo

copyriots

Podiums- und Publikumsdiskussion über die Zukunft des Urheberrechts und wovon KünstlerInnen zukünftig leben sollen. Interessant, allerdings schon oft gehörtes und die Lösungsstrategien klangen auch irgendwie gleich (nämlich nach wenig).

soylent green, äh, the internet is people!

Felix Schwenzel, Sessioninfo

schwenzel

Warum wird immer zwischen Internet und echtem Leben unterschieden? Felix Schwenzel erklärt, warum die Trennung von virtuellem und realem aufzuheben sei.

DingFabrik: Das Fablab als Teil der urbanen Infrastruktur

Lars Weiler, Alexander Speckmann, Sessioninfo

weiler

Ein Fablab als offene Werkstatt, ein Ort aus dem Ideen Dinge werden. Weiler und Speckmann schildern den Weg der Kölner DingFabrik und ihre Zukunftspläne - Wie aus der einfachen BürgerInnenwerkstätte ein Inkubator für Startups und Innovationen werden könnte.

Der Alltagsgegenstand im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit

Philip Steffan, Sessioninfo

steffan

3D-Drucker werden erschwinglich und mit ihnen das Raubkopieren von realen Gegenständen. Philip Steffan im Rück- und Ausblick auf neue Drucker- und Geschäftsmodelle.

Mashup: Lob der Kopie

Dirk von Gehlen, Sessioninfo

vongehlen

Kopien sind nichts schlechtes - das gesamte Wissen der Menschheit beruht auf Nachahmung. Mit dieser Feststellung begann von Gehlen seine Session und dieses Credo zog sich durch den gesamten Vortrag. Digitale Kopien sind nicht mehr vom Original unterscheidbar, teilen ist nichts schlechtes sondern eigentlich notwendig. Es ist daher an der Zeit einzusehen, dass das bisherige Urheberechtsmodell so nicht mehr fortgeführt werden kann. Er schlägt vor, nach Lösungen mit der Kopie und nicht gegen sie zu suchen. Grundlage des Vortrags ist sein gleichlautendes Buch.

Organisation­3000: Algorithmen oder Geld?

Mercedes Bunz, Sessioninfo

bunz

Das "Internet der Dinge" klingt als erstes nach einem Modell ersponnen in den Effizienzfabriken von McKinsey und Co. Aber kann es auch gesellschaftliche Veränderungen herbeiführen? Mercedes Bunz glaubt, dass durch die Vernetzung aller Dinge, nicht nur Geld gespendet werden kann, sondern auch Rechenleistung. Ein leider etwas unfertiger und nicht zu Ende gedachter Vortrag mit Potential.

Infrastruktur & Kontrolle: Netzneutralität

Michael Seemann, Sessioninfo

Netzneutralität bedeutet nicht nur die Gleichheit von Bits&Bytes, im größeren Umfang gedacht, ist Netzneutralität auch demokratisches und rechtsstaatliches Konstrukt.

Standardsituationen der Technologiebegeisterung

Kathrin Passig, Sessioninfo

Vor Jahren schrieb Kathrin Passig über die "Standardsituationen der Technologiekritik": Negative Vorteile, die pauschal auf neue Technologien angewendet werden ("Wozu soll das gut sein?", "Das braucht Keiner", ...). Aber gibt es auch wiederkehrende postive Vorteile, die Innovationen immer wieder zugeschrieben werden? Ja und "Weltfriede" steht dabei ganz vorne.