Beim gestrigen Start der Stadtlabor2012-Konferenz wurde freudig verkündet, dass Graz als einzige Stadt in Österreich ein Smart-City-Leitprojekt an Land ziehen konnte: 4,2 Millionen Förderung für die Entwicklung eines energieoptimierten Stadtteils hinter dem Hauptbahnhof.

Smart City Project Graz Mitte

Das Pilotprojekt entsteht hinter dem Hauptbahnhof, angrenzend zur Helmut-List-Halle. Auf 400 Hektar Fläche soll mit Hilfe von neuesten Technologien Lebensraum entstehen, der geringe bis keine CO2-Emissionen aufweist. Als Komponenten im Technologiemix sind Solarmodule, Solarkühlung, Mini-Blockheizkraftwerke und ein Aufwindkraftwerk vorgesehen. Wert gelegt wird nicht nur auf Technologie, sondern auch auf Bürgerpartizipation – Mentoringprogramme sind im Projekt ebenso vorgesehen.

Stadt Graz: Smart-City holt Millionenförderung
ORF: 4,2 Mio Euro für Grazer „Smart City“-Projekt

„Städtebau ist nicht eine Frage des Geldes, es ist eine Frage der Haltung“

Mein persönliches Highlight gestern war jedoch der Vortrag von Wulf Daseking, langjähriger Stadtplaner in Freiburg. Er wusch all jenen (inkl. mir) gehörig den Kopf, die bei Smart-Cities nur an den Einsatz von modernen Technologien denken. Für ihn bedeutet eine „intelligente Stadt“, den Ausgleich zwischen Ökologie, Ökonomie und der sozialen Frage herzustellen. Zusammengefasst wurden seine Thesen in der Charta von Freiburg.

Die Planungen scheinen in Freiburg aufzugehen: 30 Prozent aller Verkehrswege werden mit dem Rad zurückgelegt werden (in Graz, der „Fahrradhauptstadt Österreichs“, sind es 16%). Wohl auch aus diesem Grund wurde Freiburg als „Europäische Stadt des Jahres 2010“ ausgezeichnet.