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Technologie, Landwirtschaft und eine Prise Politik.

Victoria Woodhull: Eine fast vergessene Heldin

9. März 2014 19:03 von Fuchsy | Permalink | Kommentare (0) | Kommentare via RSS

Wenn vermutlich Hillary Rodham Clinton als offizielle Kandidatin der Demokratischen Partei für die US-Präsidentschaftswahl 2016 nominiert wird, werden viele Medien von der "ersten weiblichen US-Präsidentschaftskandidatin" schreiben. Was aber nicht stimmt. Und blickt man weiter zurück, entdeckt man Victoria Woodhull, die es bereits 1872 probierte. Ein kurzes Porträt einer beeindruckenden Frau und ihrer ungewöhnlichen Lebensgeschichte.

#meineHeldin

Anlass mir Victoria Woodhull wieder ins Gedächtnis zu rufen, war die schöne Idee des Twitter-Hashtags #meineHeldin, gestartet von @OljaAlvir. Zum gestrigen Weltfrauentag rief sie auf, persönliche, unbekanntere Heldinnen vorzustellen (Solange der Hashtag noch in den Twitterarchiven zu finden ist, nachlesen! Es finden sich interessante Persönlichkeiten). Neben zwei Computerpionierinnen und einer sehr persönlichen Heldin, nannte ich Victoria Woodhull. Ihre Lebensgeschichte ist beeindruckend, aber in der Öffentlichkeit heute fast vergessen.

Ein Potpourri an Schaffen

Victoria WoodhullFeministin/Frauenrechtlerin, Immobilienspekulantin, Mitglied der 1. Internationalen, Spiritistin, Journalistin, Schauspielerin, Vorkämpferin für freie Liebe, US-Präsidentschaftskandidatin – alleine die Aufzählung ihrer Lebensabschnitte ist ein buntes Sammelsurium. Leicht hatte es Woodhull dabei nie. Geboren in eine mittellose, kinderreiche Familie, der erste Mann Alkoholiker und kaum eine Chance formale Bildung zu erlangen, schaffte sie trotz aller Widrigkeiten den Aufstieg. Sie eröffnete gemeinsam mit ihrer Schwester das erste von Frauen geführte Immobilienmaklerbüro, dass daraus entstandene Vermögen erlaubte ihr eine frauenkämpferische Zeitschrift zu gründen. Empfängnisverhütung, Gleichberechtigung und freie Liebe: Dies in den 1870er Jahren öffentlich und wortstark einzufordern war ein skandalöses Novum. Später wurde sie Mitglied der 1. Internationalen und ihr Verlag veröffentliche die erste englische Ausgabe von „Das Kapital“.

Victoria Woodhull KarikaturLandesweite Bekanntheit erlangte sie durch ihre Kandidatur zur US-Präsidentschaft 1872 - obwohl Frauen damals nicht einmal das aktive Wahlrecht besaßen. Von ihren Gegnern und den Medien bekam sie daraufhin den Namen „Mrs. Satan“ verpasst. Zu ihrem „Running Mate“ und Vizepräsidentschaftskandidaten ernannte sie Frederick Douglass, ein früherer Sklave und Abolitionist.

Mit null Wahlmännerstimmen [sic!] erzielte sie zwar keinerlei nominellen Wahlerfolg, aber was Victoria Woodhull für die Gesellschaft leistete, fasst Antje Schrupp (über die ich zu Woodhull fand) sehr schön zusammen:

Victoria Woodhull war eine der wenigen Feministinnen des 19. Jahrhunderts, die nicht aus einem bürgerlichen Mittelstandsmilieu kamen. Ihr ging es weniger um den Kampf gegen diskriminierende Strukturen als darum, die Frauen selbst zu mehr politischer Verantwortung und Initiative aufzufordern. Woodhull wollte keine »Lobbyarbeit« für Fraueninteressen machen, sondern für eine freiheitliche Gesellschaft insgesamt eintreten. Neben dem Wahlrecht setzte sie sich vor allem für »soziale Freiheit« ein, forderte die Abschaffung der Ehegesetze, Gefängnisreformen, bessere Schulbildung. Ihre politischen Ansichten verbreitete sie fast ausschließlich in Vorträgen und Zeitungsartikeln. [Quelle]

Sonntagsfilm: How Videogames Changed the World

2. März 2014 15:03 von Fuchsy | Permalink | Kommentare (0) | Kommentare via RSS

Ich begehe ein Sakrileg: Ich finde Jon Stewart finde ich gar nicht so toll – vergleiche ich ihn mit Charlie Brooker. Der britische Satiriker besitzt nicht nur wie sein amerikanisches Pendant das ausgesprochene Talent der Medienöffentlichkeit ihren Spiegel vorzuhalten, der typisch schwarze britsche Humor mit dem Brooker kommentiert (Wikipedia nennt es „satirical pessimism“) trifft dabei meinen Geschmack auch einfach besser.

Neben klassisch-stewardschen satirischem Zerlegen von Nachrichten und TV-Programmen beschäftigt sich Brooker auch intensiv mit Videospielen. Die im November 2013 von Channel4 ausgestrahlte Dokumentation „How Videogames Changed the World“ ist meiner Meinung nach das Beste was je im Mainstream-TV über Computer- und Videospiele lief.



Was diese Dokumentation – neben einer kenntnisreichen Auswahl an Spielen – auszeichnet ist die Einbettung der Videospielgeschichte in ihren (historischen) Kontext und die Kommentare von bekannten Geeks, die Herz an Videospiele verloren. Dabei ist die Doku jedoch nie anbiedernd oder oberflächlich. So wird beispielsweise auf den sexistischen Shitstorm eingegangen, der auf Anita Sarkeesian (Feminist Frequency) niederregnete, als sie sich erdreiste die Rollenbilder in Computerspielen zu hinterfragen. Alles in Allem eine Dokumentation, die sich auch für Nicht-Geeks auszahlt anzusehen um die faszinierende Welt der Computerspiele besser zu verstehen. Und Twitter als „Massively Multiplayer Online Role-Playing Game“ (MMORPG) zu sehen, ist einer der sympathischen Gedankengänge über Social-Media überhaupt.

Wer von Charlie Brooker nicht genug bekommen kann (und das werdet ihr): Auf Videoplattformen eures Vertrauens finden sich neben den oben bereits erwählten Serien auch „How TV Ruined Your Life“ und die Wipe-Jahresrückblicke. Mit der grandiosen Mini-SciFi-Serie „Black Mirror“ bewies Brooker, dass er auch hinter der Kamera ein Ausnahmetalent ist. 

Sonntagsfilm: Lohnsklaven in Deutschland

23. Februar 2014 20:02 von Fuchsy | Permalink | Kommentare (0) | Kommentare via RSS

Arbeitsbedingungen, wie man sie sich in Europa kaum vorstellen kann: TagelöhnerInnen werden mit falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt, um dort ohne Krankenversicherung und Arbeitsvertrag in Schlachthöfen schuften zu müssen. Die Behörden schauen weg oder sind machtlos gegen das Konstrukt aus Scheinfirmen und Arbeitsvermittlern. 

Eine ARD-Reportage, die viele Fragen stellt, aber kaum Antworten bekommt.

Hintergrundinformationen zur Doku liefert auch ein Dossier auf der ARD-Website 

Über das Schreiben

22. Februar 2014 23:02 von Fuchsy | Permalink | Kommentare (0) | Kommentare via RSS

Mein Start bei den Ironbloggern Steiermark war denkbar holprig. Bevor die erste Zeile geschrieben war, stand ich schon im Minus. Es schien, was ich vorher so unbedingt wollte, später wieder einer meiner vielen Baustellen zu werden. Aber Mo ist streng bei der Sache, da gibt es kein Entkommen. Auch dafür sei ihr gedankt. Sozialer Druck ist der letzte Ausweg, wenn die Selbstmotivation den Bach runter geht.

Das Lesen

Die letzten Tage lag ich krank zuhause, hatte viel Zeit auf Twitter zu lesen und zu schreiben. Was mir dort aber missfällt ist die Kürze (das Feature, nicht der Bug) und die ständige Erregtheit über ThemaX, ShitstormY, GateZ. Dazu trägt natürlich meine Filterbubble bei, auch zu viel Filtersouveränität würde mir zu viel wegkürzen. Was lieber lese ich doch längere, formuliertere Gedanken! Daraus speist sich mein Faible für Blogs. In meinem RSS-Reader tummeln sich um die 140 Feeds, nicht alles wird immer gelesen. Medium, Netzfilmblog, Kotzendes Einhorn, Robotergesetze, Sascha Lobo, FlowingData, Antje Schrupp, rebel:art, NeverMindtheMarkets, ... die Aufzählung beinhaltet vielleicht keine Geheimtipps, aber ich schätze die Gedanken und Empfehlungen, die dort niedergeschrieben werden. Mit Öden will niemand seine Zeit verplempern, mit dem fünften gleichlautenden Rant auf eine Gegebenheit auch nicht. Blogs sind immer subjektiv, aber dadurch ehrlicher. Sie verstecken sich erst gar nicht hinter einer oft fadenscheinigen journalistischen Objektivität. In Ihnen und den Menschen dahinter spiegeln sich die Komplexität, Vielfalt und Widersprüche dieser Welt wider.

Update/Ergänzung: Und natürlich erfüllen sie auch eine wichtige Filterfunktion, um aus den Milliarden an Websites und Ideen jenes herauszufiltern, welches mich interessiert. Und die Developerblogs, die mir Codebeispiele und Tricks liefern, sind wieder eine Sache für sich.

Das Schreiben

Schreiben ist eine Kunst, aber diese kann man lernen. Früher schrieb ich viel, für ÖH-Zeitschriften und für andere Blogs. (Ein paar Lesebeispiele finden sich hier, hier, hier, hier oder auch hier) Jetzt, nach langem Nichtstun merke ich erst, wie schwer mir die Wörter aus den Fingern gleiten. Wo früher geschliffene Sätze sprudelten, fühlt es sich jetzt als Wiedergabe stumpf-dümmlicher Worthülsen an.

Dies soll wieder anders werden. Mich interessiert wendiger das Aktuelle, mehr die distanzierte Beobachtung, den in nur wenigen Bereichen kenne ich mich genügend aus, als das meine schnellen Feststellungen dort einen zusätzlichen Erkenntnisgewinn hervorbrächten. Zeitloser sind Bücher, vielleicht schafft es auch hin und wieder ein Buch, deren ich viele lese, im Blog vorgestellt zu werden.

Misslungene Versuche zu beginnen, gab es genügend. Auf meinen Geräten lagern einige halbfertige Artikel, die nie zu Ende gebracht wurden. Beiträge, die recherchiert wurden – so zum Beispiel wie Al Jazeera es während des Arabischen Frühlings schaffte, binnen Kürze eine Infrastruktur hochzuziehen, die Millionen an Livestream-SeherInnen verkraftete. Veröffentlicht wurden diese Texte nie, jetzt interessieren sie niemanden mehr. Wie so vieles wurde dies von mir begonnen, mein inneres Kind klatschte dazu kräftig Beifall. Alleine der Abschluss fehlte – wofür dann der ganze Aufwand überhaupt?

Ich hoffe, es wird anders. Nur veröffentlichte Gedanken sind gute Gedanken.

Verschenke diversen Krimskrams (Bett, Monitor, ...)

25. Juli 2013 12:51 von Fuchsy | Permalink | Kommentare (0) | Kommentare via RSS

Nachdem grade großes Reinemachen und Aussortieren ansteht, werden diverse Sachen von mir nicht mehr benötigt und daher verschenkt.

Hochbett

Praktisches, nur wenig knarzendes Hochbett mit einer Liegefläche von 200x160 cm. Das Bett ist nicht so hoch als übliche Stockbetten (Pfosten wurden abgelängt) und passt daher auch für Neubauwohnungen ohne sich den Kopf beim Aufstehen anzuschlagen. Bett ist zerlegt und lässt sich halbwegs einfach im Auto transportieren. Lattenrost ist dabei, Matratze nicht (und glaubt mir, die wollt ihr auch nicht).

21" Röhrenmonitor

FrüherTM, als große Flachbildschirme noch unbezahlbar waren, der Traum jedes/jeder Graphikers/Graphikerin: 21 Zoll Trinitron-Röhrenmonitor (Dell P1130) mit 1600x1200 Pixel Auflösung – der perfekte Companion fürs Retrofeeling unter Windows 2000 und Photoshop 6. Tolle Testberichte, aber auch ein Zoll zu Kilogramm-Verhältnis von 1 zu 1,5. Funktioniert immer noch super, wiegt aber auch immer noch über 30 kg und braucht die Stellfläche eines Kleinwagens.

Diverse Ordner

In einem kurzen Anfall vermeindlicher Ordnungswut gekauft. Die Ordnungswut ging schnell wieder, die Ordner blieben. Daher teilweise unbenutzt. Ein paar Briefkörbe gibts obendrauf.

Akkuschrauber

Prinzipiell funktioniert dieser No-Name-Akkuschrauber. Nur die Akkus sind nicht mehr so toll – er läuft nur noch wenige Minuten. Ideal für TechnikpessimistInnen die doch lieber mit der Hand schrauben, Menschen die Akkus reparieren können oder für Leute die einfach nie mehr als 2 Schrauben verschrauben.

 

Abzuholen ist alles in der Stubenberggasse 4 (Innenstadt, Google-Maps-Link: http://goo.gl/maps/g2n4G). Reservierungswünsche an fuchsy@fuchsy.com oder 0650 5598216.