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Technologie, Landwirtschaft und eine Prise Politik.

SVK: Workshop zum Thema "Social Media & Web 2.0 Campaigning"

15. November 2011 20:20 von Fuchsy | Permalink | Kommentare (0) | Kommentare via RSS

Am SVK (StudierendenVertreterInnenKongress) Anfang Dezember in Fürstenfeld halte ich einen Workshop über Partizipation in Sozialen Netzwerken und den Möglichkeiten zum Campaigning

Workshopbeschreibung
Facebook & Co machen es einfach wie nie zuvor, Informationen zu verbreiten und Menschen zu mobilisieren. Der Workshop soll zahlreiche Möglichkeiten aufzeigen, wie sich soziale Medien zur Informationsvermittlung und Kampagnenplanung eignen. Neben einer Einführung in die Bedeutung von Social-Media wird über die Nutzungsmöglichkeiten und effektive Verwendung von Facebook, Twitter & Co gesprochen: Welche Facebook-Präsentation soll ich nutzen? Wie verknüpfe ich die zahlreichen Kanäle, ohne alles doppelt und dreifach posten zu müssen? Wie pimpe ich meinen Facebook-Auftritt? Wie soll man es keinesfalls machen? Neben den großen Fragen werden auch zahlreiche kleinere Tipps und Tricks für die tägliche Arbeit angesprochen. Ein Teil des Workshops dient zur Diskussion, was Social-Media bedeuten kann und wo die Grenzen der Mobilisierung liegen. Neben datenschutzrechtlichen Bedenken sollen auch (internationale) Beispiele diskutiert werden. Der Workshop ist ausdrücklich für Nicht-Techniker/innen geeignet! Notebooks werden nicht benötigt.

Dauer: 8 Stunden

Anmeldung: Möglich über deine örtliche ÖH

Download aller Workshopbeschreibungen (118,70 kb)

UGOmobile

9. November 2011 23:50 von Fuchsy | Permalink | Kommentare (0) | Kommentare via RSS

Aktuell: UGOmobile ist eingereicht beim Voting für den E-Learning-Award der Uni-Graz. Ich freue mich über eure Stimme!

UGOmobile ist eine Smartphone-Webanwendung für UniGrazOnline. Die Oberfläche von UniGrazOnline ist nicht für Smartphones (Telefone mit Internetzugang) geeignet, da hohe Anforderungen an die Bildschirmauflösung und Browser stellt sind. UGOmobile macht die UniGrazOnline benutzbar für Smartphones und bildet die wichtigsten Funktionen – bspw. Lehrveranstaltungs- und Personensuche – in einer für kleine Bildschirme und Touchscreens optimierten Oberfläche nach.

Dadurch können auch Unterwegs vom Handy aus schnell Informationen nachgeschlagen werden – wenn beispielsweise ein Hörsaal zu einer Lehrveranstaltung gesucht ist oder die E-Mail-Adresse eines Lehrenden nachgeschlagen werden soll. Als Bonus ist eine reine Textdarstellung verfügbar: Damit wird der barrierefreie Zugang (bspw. Screenreader für Blinde) zur Lehrveranstaltungs- und Personensuche möglich.

Um die mobilen Informationen zu komplettieren, ist auch ein Zugriff auf die aktuellsten Uni-News und Veranstaltungen an der Universität Graz innerhalb von UGOmobile möglich.

http://ugomobile.fuchsy.com

Chancelog:

  • v0.2 (09.11.2011)
    Hyperlinks und E-Mail-Adressen werden verlinkt
    Verbesserung der Darstellung der Lehrveranstaltungstermine
    Darstellung und Anzeige von Photos in den News verbessert
    Bug bei Prüfungsterminen behoben
    Bug bei Personenfotos behoben 
  • v0.1 (01.11.2011)
    Erstes öffentliches Release

Schiff ahoi! Aber nicht hierzuwasser.

20. September 2011 00:04 von Fuchsy | Permalink | Kommentare (0) | Kommentare via RSS

Über den Erfolg der Piratenpartei bei der Berlinwahl wurde und wird wahrscheinlich noch viel geschrieben. Beeindruckend ist das Ergebnis allemal: Aus dem Stand 9% - von diesem Erfolg sind die Piraten selbst mehr als überrascht. Alle 15 kandidierenden Personen errangen ein Mandat im Abgeordnetenhaus, zählt man die Bezirksmandate noch dazu, dürften einige Plätze sogar unbesetzt bleiben, denn Nachnominieren is' nich.

Ob die Piraten nun mehrheitlich aus Protest oder aus inhaltlichen Gründen gewählt wurden, darüber sind sich Kommentatoren noch uneinig. Aber selbst wenn es nur der "Protest" war, der ihnen dieses Ergebnis bescherte, schmälert dies nicht ihren Erfolg. Den das Beispiel zeigt eindrucksvoll, dass "Protest" nicht automatisch ein Abdriften der Wähler und Wählerinnen in radikale Parteien oder zur stummen Schar der Nichtwähler zur Folge hat. In Berlin stieg die Wahlbeteiligung im Vergleich zu 2006 sogar und daran waren die Piraten nicht unwesentlich schuld. Und ersterer Punkt schmerzt besonders hierzulande, wo die FPÖ als Auffangbecken für Politikfrustrierte dient.

Natürlich sind die inhaltlichen Überschneidungen zwischen den Piraten und einer FPÖ gering und es wäre vermessen zu glauben, dass sich der Erfolg von Berlin woanders leicht wiederholen lässt. Aber er zeigt auf, dass Politik kein starres Gebilde ist, dass sich durch Engagement und frischen Ideen bestehende Strukturen aufbrechen lassen.

Hierzulande kein Land in Sicht

Aber schon der Gedanke daran ist in Österreich verfehlt. Eine "Piratenpartei" existiert zwar, aber diese ist gespalten und durch interne Grabenkämpfe vollkommen handlungsunfähig. Auch auf eine Unterstützung durch progressivere Medien darf man nicht hoffen. So schrieb der (gedruckte!) Standard über die Piratenpartei heute: "Ursprünglich taten sich die Piraten zusammen, um für grenzenlose Freiheit im Internet zu kämpfen (keine Sperrung von Kinderporno-Seiten, freier Austausch von Daten)." (Der Online-Artikel ist nach einem User-Shitstorm mittlerweile überarbeitet). Politikdenken folgt in Österreich immer noch der Gedankenautobahn mit Fahrspuren in rot/schwarz und blauen Geisterfahren, eine Ausfahrt aus diesem klassischen Parteienverkehr wäre längst nötig. Und nach den Skandalen in letzter Zeit wäre zumindest ein Kernthema der Piraten - die Transparenz - durchaus mehrheitsfähig. Und man sage mir nicht, dass mit tragfähigen Konzepten zur Bildungspolitik oder fortschrittlichem Umgang mit Technologien (da wäre auch das Unterscheidungsmerkmal zu den Grünen!) hierzulande nichts zu holen sei. Das aber die Aufbruchsstimmung von Berlin auch den Funken hier überspringen lässt, darf bezweifelt werden.

Schade, eigentlich.

Netzpolitik, wie die SPÖ sie sieht

9. September 2011 23:00 von Fuchsy | Permalink | Kommentare (0) | Kommentare via RSS

Politik wird leider allzu gerne von der negativen Seite aus betrachten: Es gilt Entwicklungen zu verhindern, anstatt sie aktiv mitzugestalten. Tagespolitik wird von der Kurzfristigkeit bestimmt, Konzepte fehlen. Umso bemerkenswerter ist es dann, wenn einer Partei progressiv und positiv gestalterisch formuliert. Das Netzpolitik-Positionspapier der SPÖ fällt in diese Kategorie.

Vom „freien Internet als Menschenrecht“ über Netzneutralität bis hin zu Open-Education und Open-Data spannt sich der Bogen auf 14 Seiten. Der argumentative Unterbau liest sich sachlich und mit viel Wissen geschrieben. Einzig der Abschnitt „Urheberrecht“ wirkt schwammig, wenngleich auch hier mit „Fair-Use-Schranken“ und der „Entkriminialisierung von Filesharing“ deutlichere Positionen bezogen werden. Die zukünftigen Entwicklungen im Urheberrecht war dann auch Hauptpunkt der Debatte, zu der die SPÖ im Rahmen der Präsentation ihres Positionspapieres geladen hatte.

Netzpolitik stellt mit dem Positionspapier sicher keine Neuerung in Österreich war, zeigt aber, dass auch in den Reihen der großen „Volksparteien“ nicht nur Internet-Ausdrucker sitzen und das Thema ernster genommen wird. Deutschland ist allerdings schon einen Schritt weiter: Dort gibt es bereits breite zivilgesellschaftliche Plattformen, die einen Netzpolitik-Diskurs abseits der Parteipfade pflegen, als kritischer Kommentator und Ansprechpartner für Medien. Denn eines ist gewiss: In geltende Gesetze werden es die Vorschläge, so wie sie formuliert sind, kaum schaffen.

Kritiker mögen anmerken, dass die Vorratsdatenspeicherung unerwähnt bleibt. Warum ist leicht erklärbar: Diese wurde von SPÖ und ÖVP bereits beschlossen.

Blogging killed the Offline-Stars

27. Juni 2011 11:59 von Fuchsy | Permalink | Kommentare (0) | Kommentare via RSS

Online-Medien scheinen die Führungsrolle in der Nachrichtenberichterstattung übernommen zu haben. Wurde 1990 noch CNN mit seinen Livebildern vom Golfkrieg als prägend empfunden, spricht man angesichts der Geschehnisse in Nordafrika heute schon von „Facebook-Revolutionen“ und „Twitter- Aufständen“. Auf der Strecke zu bleiben scheinen dabei die klassischen Medien.

Wer das Tal der Tränen sehen möchte, dem sei die Website der “Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern” (IVW) in Deutschland ans Herz gelegt. Vor allem wenn man eine gewisse Affinität zu gedruckten Tageszeitungen hegt. Denn die Statistiken dort zeigen in eine Richtung: nach unten und das deutlich.

Nun ist dieser Prozess weder neu, noch den ManagerInnen in den Medienhäusern verborgen. Dort, in den heiligen Hallen des Journalismus, weiß man nicht so recht, wie man damit umgehen soll. Rationalisieren dort, Redaktionen zusammenlegen hier, das eine oder andere komplett unprofitable Produkt einstampfen und – vor allem – auf die böse Kostenlosmentalität im Internet schimpfen. Unkreativer geht’s kaum.

Was ist Content wert?

Mitleid mit den Verlagen ist nur zum Teil gerechtfertigt. Wenn die Tageszeitung nur mehr als verlängerter Arm der Vertriebsabteilung gesehen wird und der Journalismus nur nötig ist, um den Platz zwischen den Anzeigen zu füllen, darf man vom „Qualitätsverfall im Internet“ wohl eher nicht sprechen. Aber genau die Qualität soll es jetzt richten: Am „Cologne Web Content Forum“ war die einhellige Meinung aus den Verlagen, gegen selbst gestrickten Blog-Journalismus helfe nur das Zepter der Qualität und des journalistischen Anspruchs. Denn dann, so der Tenor, seien die BesucherInnen vielleicht auch bereit den einen oder anderen Groschen für Inhalte auszugeben.

Derweil feiert jedoch der Schlendrian weiter Kirchtag in den Online-Redaktionen. Für Zugriffszahlen, die Währung des Internets geschuldet, werden in die Texte nichtssagende, dafür ellenlange Bilderstrecken eingebunden. Die redaktionelle Aufbereitung von Texten beschränkt sich auf die Tastenkombinationen für Kopieren & Einfügen aus Agenturmeldungen. Medien-Watchblogs wie bildblog.de oder kobuk.at berichteten regelmäßig über weiterverbreitete Fehler, die durch unhinterfragtes Übernehmen entstanden. Der zunehmende Druck der permanenten Echtzeit-Berichterstattung tut sein Übriges: Im Internet kursiert das Bonmot, die ersten WebjournalistInnen im Live-Newsroom seien nach Ägypten, Libyen und Fukushima bereits tot vom Bürostuhl gefallen. Bei Fukushima merkte man es besonders: Wichtig war, die Meldung möglichst schnell online zu haben. Die Aufbereitung der phrasenhaften Strahlenzahlen übernahmen dann jedoch Blogger, die, mit dem nötigen Wissen ausgestattet, sich dafür Zeit nahmen.

Facebook ist das neue Google-News

Der Zeitdruck in den Online-Redaktionen kommt nicht von ungefähr. Eine Analyse von Yahoo ergab, dass 70% aller Interaktionen zu einer Newsmeldung auf Facebook innerhalb der ersten 24 Stunden passieren. Wer seine Meldung als Erster in den virtuellen Freundeskreis einspeist, erhält auch die meisten Klicks. Und diese werden immer Wichtiger: Der Zufluss von LeserInnen aus Facebook gewinnt für Online-Portale stetig an Gewicht, während Google – wenngleich immer noch für 45% aller Besuche verantwortlich – zunehmend verliert. Dies wissen auch die Verlage: während die New York Times ihre Paywall (die volle Website wird nur noch zahlenden AbonnentInnen zugänglich sein) hochzieht, will sie weiterhin für BesucherInnenströme aus Social-Networks erreichbar sein.

Auch für die ursprünglichste Aufgabe des Journalismus – der Auswahl von Nachrichten – besteht im Webuniversum noch mehr als genügend Arbeit. Dass der Twitter-Informationstsunami einen schnell wegspült, erlebt jede/r am eigenen Leibe, wenn er oder sie mehr als 300 Personen „folgt“.

Informations-Paralleluniversum

Die Umwandlung der Informationskanäle vom „Selber-aussuchen“ zum „Empfohlenbekommen“ trübt jedoch die Vielfalt der eigenen Wahrnehmung. Durch den Konsum einer Tageszeitung mit ihrer redaktionellen – und beschränkenden – Aufarbeitung des Informationsflusses hatte man auch die Möglichkeit über Gebiete informiert zu werden, die man vielleicht persönlich gar nicht am Radar hatte. Das Zusammenstellen einer Online-Informationssammlung folgt dabei anderen Prinzipien: Gelesen wird, was mich – und nur mich – interessiert. Dies verleitet zu einem Festhaften im persönlichen Status-Quo.

200 Blogs abonniert und alle transportieren die gewünschte Sichtweise auf die Welt – welch Wunder, wähnt man sich in einem Paralleluniversum, trifft man dann auf die Realität.

Erschienen im URBImagazin 04/11