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Technologie, Landwirtschaft und eine Prise Politik.

Computerkunst: Hallo! Was?

10. April 2012 21:55 von Fuchsy | Permalink | Kommentare (0) | Kommentare via RSS

Über 1000 Vollblutnerds treffen sich in einer Halle: Kann da Kunst entstehen? Ja und welche! Ein Nachbericht zum Revision Demoscene-Party.

Seit 2008 sind Computerspiele sind offiziell als „Kulturgut“ in Deutschland anerkannt, jedoch begegnen klassischen Medien Computerkunst meist noch naserümpfend: Spiele und Animationen dienen doch alleine zur Unterhaltung, Kulturpessimisten sehen darin gar den (wiederholten) Untergang des Abendlandes und eine Verrohung der Jugend.

elevated by Rgba & TBC (4 Kilobyte)

Übersehen wird die seit Jahrzehnten im verborgen werkelnde Demoszene, eine digitale Subkultur, entstanden aus den Spielecrackern der 1980er Jahre. Vor den gecrackten Spielen wurden „Intros“ geschaltet, den Ruhm der Crackergruppen manifestierend. Später wurden die Intros ausgefeilter und unabhängiger von Spielen, deren Kopierschutz man sich entledigte.

Dass die Wurzeln in der 8-Bit-Heimcomputerszene liegen, merkt man heute noch deutlich: 30 Jahre nach dem Erscheinen des Commodore C64 und 25 Jahre nach dem Amiga 500 sind die vermeintlichen Oldtimer heute noch fester Bestandteil der Demoszene, schallende „AMIGAAAAA“-Schreie ebenso. Die Geräte alterten mit ihren Besitzern: Im Vergleich zu einer Lanparty ist das Publikum reifer, Familienväter sitzen mit ihrem Nachwuchs hinter blau beleuchteten Bildschirmen. Die Technik blieb 30 Jahre lang gleich, die Animationen sind jedoch deutlich komplexer geworden. Undokumentierte Funktionen entlocken graphische Fähigkeiten, die ursprünglich so nicht geplant waren. Neben Vintage-Computern entlockt man auch allen anderen elektronischen Geräten Animationen: von Hardware-Hacks bis zu Gameboys spannt sich das Feld der Bastler.

fr-041: debris by farbrausch (177 Kilobyte)

Jünger sind die Programmierer in der PC-Kategorie, die heute die Demoszene dominiert. Die Leistungsfähigkeit moderner Computer wäre leicht ausreichend, gigabytegroße Daten zu verarbeiten. Kreativität entsteht jedoch durch Verknappung und so verwundert eine Selbsteinschränkung kaum. Zur Königsdisziplin zählt heute, eine Demo in 64 oder gar nur 4 Kilobyte zu zwängen. Platz finden müssen im knappen Speicher alles, auch Graphiken und Sound. Anzumerken ist das vielen Demos nicht: Beeindruckende Animationen werden in Echtzeit ausgeführt. Kritikpunkt bleibt manchmal das Storyboarding: Im Vordergrund stehen beeindruckende Effekte und basslastiger Sound, eine Geschichte erzählen nur die wenigsten Demos.

Chaos Theory by Conspiracy (64 Kilobye)

Sound und Design erinnern an kapitalstarke Produktionen und dennoch spielt das Geld eine nebengeordnete Rolle: Es gilt mit anderen Gruppen sich zu messen, den Ruhm einzustreifen (und auch ein bisserl Preisgeld). Demopartys sind aber auch ein Jobcenter, Programmierstudios werben hier gerne um talentierten Nachwuchs. Bis auf wenige Ausnahmen ist die Demoszene ein europäisches Phänomen mit hauptsächlicher Verbreitung in Nord- und Mitteleuropa. In Fennoskandinavien finden dementsprechend die größten Demopartys statt: Die Assembly in Helsinki und The Gathering in Norwegen.

Einen informativen Blick in die Demoscene bietet die Dokumentation „Moleman 2 - Demoscene - The Art of the Algorithms“

Wo der Grubenhund begraben liegt

1. April 2012 17:23 von Fuchsy | Permalink | Kommentare (2) | Kommentare via RSS

AnonAustria hat nach dem unlustigen Aprilscherz #OpPitdog ihre Glaubwürdigkeit verspielt lautet der Tenor. Allerdings: Welche Glaubwürdigkeit? Würde man einem 16-Jährigen, den man spätnachts in der Grazer Fortgehmeile „Univiertel“ trifft, glauben dass er im Besitz von 10.000 geheimen E-Mails österreichischer PolitikerInnen ist?

Genau aber das passierte bei AnonAustria. Zu verlockend war es, der korruptionsgeschüttelten Innenpolitik noch ein draufzugeben, zu verlockend war es für die Zaungäste zuzusehen, wie die vermeintlichen digitalen Robin-Hoods für Transparenz sorgen. Auf der Strecke blieben vernunftgesteuerte Fragen: Hat nicht Anonymous schon in Vergangenheit öfters spektakuläre Aktionen angekündigt, aus denen nichts wurde?

Ein anderer Aspekt ist ebenso interessant: Freimütig wurde erklärt, auch private Mails zu veröffentlichen. Normalerweise in der Hackerethik ein No-Go und auch schon bei vergangenen Veröffentlichungen von AnonAustria kritisiert, war hier plötzlich kein Problem mehr. An diesem kleinen Beispiel zeigt sich, wie sehr das Ansehen aller österreichischen PolitikerInnen gesunken ist, auch abseits der Krone-LeserInnenforen. Ihnen wird nicht mehr der kleinste Respekt zugebilligt.

Die Überbewertung von AnonAustria entstammte Aufsehen erregenden Aktionen, die technisch betrachtet allerdings auf niedrigem Niveau stattfanden. Eingebrochen wurde auf schlecht gesicherten Webservern mittels billiger SQL-Injections. Mehrere Mailserver zu kompromittieren ohne Spuren zu hinterlassen, ist dann allerdings eine andere Leistungsklasse. Eine Leistungsklasse, die Anonymous weltweit demonstrierte und dabei auch so manches interessante Detail zum Vorschein brachte. Der HBGary-Hack ist dabei ein Lehrstück aus dem Bilderbuch.

Bei Anonymous darf niemals von einer Gruppe, sei sie offen oder geschlossen, gesprochen werden. Zu Anonymous bekennen sich Protestierende gegen Scientology genauso, wie HackerInnen gegen Regimes - aber auch eine Menge reiner MitläuferInnen. Anonymous ist mehr eine Idee, mehr ein Meme, geboren in den Bahnhofsvierteln des Internets. Den Medien und auch den interessierten BeobachterInnen fehlt allerdings die Lust oder die Zeit, sich mit der Geschichte von Anonymous detaillierter auseinanderzusetzen. Die Übertreibung, die Political-Incorrectness, der bitterböse Humor ohne Gnade: die Idee „Anonymous“ wäre dann besser verständlich. Anonymous ist eine digitale Subkultur, die plötzlich in der Öffentlichkeit steht und das Problem hat, dass niemand hier For the Lulz versteht.

Edit 19.12 Uhr: Typos

Folien und Links zum Webmontag #33 in Graz

13. März 2012 19:56 von Fuchsy | Permalink | Kommentare (1) | Kommentare via RSS

Social-Media mit Erfolgsgarantie!




Postprivacy: Jeff Jarvis




Links zu Jeff Jarvis und Postprivacy (inkl. Vortrag von Heinz)

Jeff Jarvis Blog: buzzmachine.com

Hitziger Sauna-Talk mit Jeff Jarvis (ZDF-Video)

Das Elend der Internetintellektuellen (FAZ)

www.readwriteweb.com/archives/facebooks_zuckerberg_says_the_age_of_privacy_is_ov.php

blog.spackeria.org

www.ctrl-verlust.net

http://juliaschramm.de

SVK-Workshop: Präsentation und Infos

5. Dezember 2011 20:07 von Fuchsy | Permalink | Kommentare (0) | Kommentare via RSS


Präsentation

(Moderner Browser empfohlen, mit Taste "g" kann man auf bestimmte Folie springen)

 

Infos:

• SSL (Verschlüsselung) einschalten
Facebook: Kontoeinstellungen > Sicherheit > Sicheres Browsen aktivieren
Twitter: Einstellungen > Konto > HTTPS immer verwenden

Links:

• Zusätzlicher Facebook-Content (zb. Willkommensseite): http://www.facebook.com/HikeSocialApps
• Tweetdeck (Twitter-Client, auch für Facebook geeignet): http://www.tweetdeck.com
• Wordpress (Blogging-Plattform, 3 Gbyte kostenlos, werbefinanziert): http://wordpress.com
• Blogger (Blogging-Plattform, Google-Service): http://blogger.com
• Wordpress (Als selbstgehostetes Blog, benötigt PHP&MySQL): http://wordpress.org
• Audacity (Audioaufzeichnungen  und -bearbeitung): http://audacity.sourceforge.net
• uStream (Livestreaming, werbefinanziert): http://ustream.com
• daCast (Livestreaming, 10 Gbyte kostenlos und werbefrei): http://dacast.com
• Facebook zu Twitter verknüpfen: https://www.facebook.com/twitter/
• RSS-Graffiti (Feeds in Facebook & Twitter importieren): https://www.facebook.com/RSS.Graffiti
• Google-Apps (Gmail mit eigener Domain, 10 User Kostenlos): http://www.google.com/apps/intl/de/group/index.html
• Google-Reader (RSS-Feeds gesammelt lesen): http://www.google.com/reader
• PiratenPad (Texte gemeinsam schreiben): http://www.piratenpad.de
• Wikia.com (selbst Wikis erstellen): http://www.wikia.com
• Dropbox (Dateien syncen und teilen): http://www.dropbox.com
• Creative-Commons Suche: http://search.creativecommons.org

Bücher:

• "Soziale Bewegungen und Social Media - Handbuch für den Einsatz von Web 2.0"
Zahlreiche Beispiele aus dem NGO-Bereich zu Campaigning im Web 2.0
http://www.sozialebewegungen.org

• "Follow me! Das Blog zum Buch für erfolgreiches Social Media Marketing"
Vorstellung aller möglichen Tools, hauptsächlich für kommerziellen Einsatz von Social-Media
http://www.social-media-marketing-buch.com

Weiterführendes:

Meine Delicious-Bookmarks zu "SocialMedia": http://delicious.com/fuchsybau/socialmedia

Über die Vereinbarkeit von Investmentbanken und Politik

20. November 2011 22:36 von Fuchsy | Permalink | Kommentare (0) | Kommentare via RSS

Es ist ganz leicht: Man muss nur flexibel bleiben. Ein Lehrstück liefert Jon Corzine, Ex-Chef von Goldman-Sachs, demokratische Ex-Gouverneur von New Jersey und schließlich wieder Investmentbanker von MF Global. Als Politiker forderte er härtere Sanktionen gegen den riskanten Finanzmarkt, um Lehren aus der Krise zu ziehen. Als Banker von MF-Global wettete er dann wieder hochriskant mit europäischen Staatsanleihen. Und verlor. Das nun auch 700 bis 900 Millionen Dollar Kundengelder fehlen, die Aufgrund laxer Kontrollen abgezweigt worden sein dürften, ist dann nur das i-Tüpfelchen.

Sehr schön zusammengefasst hat dies der große Jon Stewart (via Never Mind The Markets)

PS: Vor einer Rache der 150.000 Kunden (darunter auch ein paar aus Österreich) mit Pfefferspray muss Jon Corzine sich zum Glück nicht fürchten. Allen Pfefferspray braucht derzeit die Polizei.