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Technologie, Landwirtschaft und eine Prise Politik.

Der vermeintliche Skandal um Wegwerfkälber – Eine Erwiderung auf den Spiegel-Artikel „Kälber für die Tonne“

17. Mai 2015 18:04 von Fuchsy | Permalink | Kommentare (0) | Kommentare via RSS

Es ist legitim, (Nutz)tierhalten als solches abzulehnen und vegan zu leben. Für nicht legitim halte ich jedoch die Verbreitung von zweifelhaften Horrorgeschichten.

Auszug aus Spiegel 18/2015
Auszug: Der Spiegel 18/2015. Eine Zusammenfassung des Artikels ist online abrufbar. Scharfe Kritik kam von der zitierten Bäuerin, die sich von der Journalistin getäuscht fühlte – es steht Aussage gegen Aussage.

Journalismus hat nicht die Aufgabe, den Leuten nach dem Mund zu reden. Kritik und das Aufzeigen von Missständen sind nötig und elementar. Wenn jedoch über das Ziel hinausgeschossen wird und ohne Rechtfertigung pauschalierende Urteile gefällt werden, wird der Pfad einer Berichterstattung zugunsten reiner Meinungsmache verlassen.

Ich kann nicht für die 150.000 milchviehhaltenden Betriebe im deutschsprachigen Raum sprechen. Es mag wie in jeder Branche schwarze Schafe geben, die sich – unabhängig der Betriebsgröße – einen Dreck um ihre Tiere scheren. Und damit das klar ist: Solche Betriebe sind für mich Tierquäler und keine Bauern. Mit meinem Wissenshorizont traue ich mir jedoch zu erkennen, ob es sich um Einzelfälle oder einem systemimmanenten Missstand handelt.

Ein Skandal? Kein Skandal?

Zum Thema Milchviehhaltung lesen ich viele Fachmedien, Fachforen und besuche Fortbildungsveranstaltungen. Nirgendwo begegnete mir jemals ein Hinweis auf diesen Missstand – sollte dieser existieren, glaubt mir, wäre dies branchenintern ein Thema. BerufskollegInnen können – auch vertraulich – niemanden nennen, der je eine bewusste Kälbertötung aus Geschäftsgründen durchgeführt hätte.

Neben Subjektiven gibt es – in Österreich – auch objektive Gründe, die gegen einen weitläufigen Skandal sprechen. Jedes neugeborene Kalb muss binnen 7 Tagen an das zentrale Rinderverzeichnis der Agrar-Markt-Austria (AMA) gemeldet werden, auch die Meldung von Todgeburten ist obligatorisch. Nachdem eine Kuh nur Milch gibt, wenn sie regelmäßig Kälber gebärt, würden Unregelmäßigkeiten in der Datenbank sofort aufscheinen – und eine Vor-Ort-Kontrolle nach sich ziehen.

Es gibt auch keinen Grund das System hintergehen zu wollen. Die dominierende Rinderrasse in Österreich ist Fleckvieh, eine klassische Zwei-Nutzungsrasse für Milch und Fleisch. Für Holstein-Kälber (eine reine Milchrasse) lässt sich zwar weniger erlösen, aber auch hier bringt der Verkauf mehr als die nutzlose Tötung. Man kann Bauern zwar vieles unterstellen, nur doch nicht eine solche ökonomische Dummheit.

Missverständnis moderne Tierhaltung

Stirnrunzeln hinterlässt der Text an weiteren Stellen. Aus einen mir unerfindlichen Grund werden vor allem Kälberiglus immer wieder kritisiert – dabei stellen diese im Vergleich zu früheren Haltungsbedingungen (Boxen im Stall oder gar Anbindehaltung) einen Fortschritt da den auch jede/r TierärztIn bestätigt: Viel frische Luft, Bewegungsraum und weniger Krankheitserreger. Neben dem Anbindeverbot fordert aktuelle Gesetzsprechung weiteren Tierkomfort, bei Bio-Betrieben auch die verpflichtende Gruppenhaltung ab der 1. Woche. Die pauschale Aussage Kälber hätten es früher besser gehabt ist daher einfach nicht richtig.

Quoten und Töten?

Die Annahme einer Korrelation zwischen niedrigen Milchpreis und steigenden Kälbertötungen kann es zum vermuteten Zeitpunkt der Recherche so nicht gegeben haben. Bis 1. April 2015 galt die Milchquote – Höfe durften nur soviel Milch liefern, als Milchquote am Betrieb vorhanden war. Bei Überlieferungen drohten empfindliche, rückwirkende Strafzahlungen. Im letzten Jahr der Milchquote war abzusehen, dass die europäischen MilcherzeugerInnen ihre zugeteilten Mengen deutlich übererfüllten – um Strafzahlungen zu vermeiden, wurde daher an den Betrieben nach Verwertungsmöglichkeiten für die Milch gesucht. Allgemein empfohlen wurde dabei das Verfüttern überschüssiger Milch an Kälber. Im Übrigen gibt es, anders als der Artikel behauptet, keine Korrelation zwischen der Verfütterung von richtig angewandtem Milchaustauscher und Kälberdurchfall.

Harte Zeiten für Milchbauern

Der Artikel hat Recht, wenn er über den Kostendruck auf MilcherzeugerInnen spricht. Nach einem Höhenflug zum Jahreswechsel 2013/14 ist der Milchpreis im Keller und eine Besserung noch nicht in Sichtweite. Viele Betriebe, vor allem im Deutschland, müssen sich mit weniger als 30 Cent/kg Milch begnügen – Supermärkte verramschen die Milch für weniger als 50 Cent. Eine Kostendeckung wird bei diesen Einnahmen zur Herausforderung. Etwas besser sieht es bei Bio-Milch aus und in Nischen, wie der in Österreich verbreiteten Heumilch.

Jede Bäuerin und jeder Bauer möchte vom Beruf leben können. Aber unabhängig der Geldfrage ist die Pflicht zur Fürsorge und Verständnis für die Tiere – wächst man doch schon als Kind mit diesen auf und sind sie die Grundlage des Berufes.



PS: Das tote Kälber einfach so in die Güllegrube geworfen werden, ist übrigens ein ganz großes Schauermärchen. Gülle wird regelmäßig auf Felder und Wiesen ausgebracht. Ein Kalbskörper passt – selbst teilverwest – physikalisch einfach nicht durch Verteilerrohre.

Mit welchem Unfug manche Tierschutzorganisationen Lobbying betreiben

29. Januar 2015 21:04 von Fuchsy | Permalink | Kommentare (0) | Kommentare via RSS

Moderne Tierhaltung steht im Verruf, Schuld trägt daran oft die Distanz zwischen Wunsch und Realität. Von dieser Diskrepanz leben Tierschutzorganisationen, die naturgemäß Lobbying für ihre Anliegen betreiben. Es ist an der Zeit, genauer hinzusehen, was da eigentlich gefordert wird und welche realitätsfernen und falschen Schlussfolgerungen oft gezogen werden.

Anlassgeberin für diesen Artikel – der sich ausschließlich der österreichischen Milchtierhaltung widmet – ist eine aktuelle Petition des VGT (Verein gegen Tierfabriken) gegenüber milchviehhaltenden Landwirtschaftsbetrieben [1]. Neben durchaus Überlegenswerten werden auch viele Halb- und Unwahrheiten verbreitet. Und es ist nicht nur die Realitätsferne mancher Forderungen: Vieles ist bereits umgesetzt oder für TierhalterInnen eine schlichte Selbstverständlichkeit. Von der Fragwürdigkeit, eine ganze Bevölkerungsgruppe pauschal als „TierquälerInnen“ zu verunglimpfen, ganz und gar abgesehen.

Was ist Massentierhaltung?

Ein Grundproblem in fast jeder Tierschutzdebatte ist der nebulöse Begriff der „Massentierhaltung“. Ein Todschlagargument – wenig verwunderlich, ist dieser Begriff nirgendwo exakt definiert [2].

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft führt tatsächlich zu immer größeren Betrieben. Österreich ist mit durchschnittlich 29 Rindern/Betrieb vergleichsweise klein strukturiert, in Bayern liegt der Schnitt bereits bei über 60 Rindern. Und dies sind alles bäuerliche Betriebe, denn moderne Technik und effiziente Arbeitsorganisation ermöglichen heute auch eine Herde von 200 Rindern als klassischen Familienbetrieb zu führen. Das Tierwohl hat durch den Strukturwandeln nicht unbedingt gelitten. Im Gegenteil, moderne Tierhaltung – egal der bäuerlichen Betriebsgröße – bemüht sich darum, den Tieren ein gutes Umfeld zu schaffen und schärfere gesetzliche Bedingungen werden kontrolliert.

Die Vorwürfe und Forderungen im Detail

„Transparenz über genau Herkunft und Haltung der Tiere“
Die lückenlose Nachvollziehbarkeit sämtlicher Tiere ist in der Europäischen Union bereits seit 1998 in Österreich gesetzlich verpflichtend, ohne entsprechende Dokumente darf kein Tier in den Handel gelangen. Auch die gesetzlich vorgeschriebenen Haltungsbedingungen – egal ob konventionell oder bio – werden kontrolliert. Ein zusätzliche Ausdifferenzierung über die Haltungsbedingungen mag aus Marketingsicht durchaus sinnvoll sein (bei Eiern funktioniert dies), würde aber möglicherweise Aufgrund der Vielzahl an bereits vorhandenen Siegeln und Marken die Konsumentin/den Konsumenten nur weiter verwirren. Die „Abstimmung an der Supermarktkassa“ kann schon heute mit dem bewussten Kauf von Bio- und/oder regionalen Lebensmitteln durchgeführt werden.

„Förderung von Massentierhaltung über Steuergelder“
Wie oben schon erklärt, ist Massentierhaltung kein definierter Begriff – ein Förderungsverbot dementsprechend nicht umsetzbar. Allerdings gibt es Obergrenzen, die bei Förderung bereits Berücksichtigung finden: So dürfen innerhalb von ÖPUL zwei GVE (Großvieheinheiten) je Hektar Grundfläche gehalten werden und die Nitratrichtlinien definiert Obergrenzen um die Überdüngung des Kulturlandes zu verhindern. Und in Ställen sind Mindestgrößen je Tier vorgeschrieben, die auch größere Betriebe einzuhalten haben.

„Kein Einsatz von prophylaktischen Antibiotika“
In Österreich bereits seit einigen Jahren verboten.

„Verbot von gentechnisch veränderten Futtermitteln“
Die österreichische Milchwirtschaft ist bereits seit 2010 komplett frei von gentechnisch veränderten Futtermitteln.

„Verbot der Anbindehaltung“
Ganzjährige Anbindehaltung ist bereits verboten. Vor allem in Kleinbetrieben findet sich aber noch Anbindehaltung (auch Betriebe, deren Rinder den Sommer auf der Alm verbringen und nur im Winter im Stall stehen), während Neubauten als Laufställe ausgeführt werden. Bei Bio-Betrieben ist Anbindehaltung bereits gänzlich verboten.

„Ende der Qualzucht“

Entwicklung Milchleistung
Milchleistung stieg, Nutzdauer sank, steigt
aber wieder an.


Zuchtdaten
Zuchtdaten eines Stiers.
Was man auch immer man genau unter „Qualzucht“ zu verstehen hat – es gibt diese so nicht. Tatsächlich ist die Milchleistung in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen, verantwortlich dafür ist ein Bündel an Maßnahmen: Neben genetischer Selektion durch Zucht und Fokusierung auf bestimmte Rinderrassen, tragen auch moderne Fütterung und höherer Tierkomfort dazu bei. Der Unfug der „Qualzucht“ lässt sich auch einfach ökonomisch widerlegen: Tiere, die Schmerzen leiden, geben weniger Milch, ein gesundes, schmerzfreies Rind ist daher oberste Pflicht. Ähnliches lässt sich auch über „Wegwerfkühe“ sagen: Um die Kosten der Aufzucht einzuspielen, muss ein Rind zwei bis drei Laktationenphasen lang Milch geben. Tierwohl ist daher auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht ein gegebenes Muss (auch wenn dieses Argument nicht allen gefällt).

„Qualzucht“ gibt es aber sehr wohl bei Haustieren. Das aber genau dies von Tierschutzorganisationen hinterfragt wird, ist mir noch nirgendwo aufgefallen.

„Trennung von Mutter und Kind nach der Geburt“
Rinder sind Gruppentiere, die auch im natürlichen Umfeld Herdengrößen von bis zu 50 Tieren bilden. Eine Trennung von Muttertier und Kalb von der Herde – nötig um die Gefährdung des Kalbes durch ranghöhere Tiere zu vermeiden – käme einer Isolationshaft gleich. Ziel muss es daher sein, dass Muttertier rasch wieder in die Herde zu integrieren. Je länger das Kalb bei dem Muttertier bleibt, desto höher und risikoreicher ist der Trennungsschmerz – daher ist die schnelle Trennung deutlich stressfreier und das Muttertier kann schnell wieder in die Herde zurück.

„Verbot der betäubungslosen Enthornung“
Eine sinnvolle Forderung und bei Bio-Betrieben bereits Pflicht

Was nicht gefordert wird

Es sei auch die Sinnhaftigkeit von Verboten alleine in Frage gestellt, denn ein Umdenken auf KonsumentInnenseite bewirkt man damit nicht. Durch neue Vorschriften in der österreichischen Putenzucht können Landwirte den Preisdruck des heimischen Lebensmittelhandels vielfach nicht mehr standhalten– der Handel setzt daher verstärkt auf den Import von „Billig-Puten“ aus dem Ausland.

Oft sind es schon kleine Änderungen, die den Tierkomfort massiv erhöhen können – und dabei von TierschützerInnen aufgrund mangelndem Interesse (und Praxiswissens) außer Acht gelassen werden. Beispielsweise sind in Dänemark ab 2016 Kuhbürsten vorgeschrieben, die Rindern eine tägliche Fellpflege und Massage ermöglichen. Auch die steigenden Temperaturen infolge des Klimawandels sollten Widerhall in geeigneten Belüftungsmaßnahmen finden.

Dialog statt Unfug

Naturgemäß blickt man als Landwirt anders auf die Dinge, aber selbst beim Versuch einer neutraleren Beobachtung lassen sich Widersprüche der Forderungen nicht ausräumen. Jegliche Lobbygruppe, die teilweise solche Halbwahrheiten, Diffamierungen und Pauschalierungen gegenüber einer Bevölkerungsgruppe verbreitet, würde zurecht massiver Kritik ausgesetzt sein. Dass bei Tierschutzorganisationen dieses kritische Hinterfragen ausbleibt, verwundert.

Was schade ist – denn viele Verbesserungen in der Nutztierhaltung entstanden nicht im luftleeren Raum, sondern gehen auf einen Bewusstseinswandel zurück. Bis in die 1970er Jahren wurden Ökosysteme bedenkenlos zerstört, erst in den 80er und 90er Jahren vollzog sich der Wandel und die dementsprechende Gesetzgebung zog nach. Dies verdanken wir UmweltschützerInnen.

Statt Arschloch-Aktionen (schwarze Schafe gibt es auf beiden Seiten) wäre der Dialog angebrachter. Dass dies zum Erfolg beitragen kann – für Mensch und Tier – sieht man an der kürzlich gestarteten „Initiative Tierwohl“ in Deutschland.

 


[1] Die Petition richtet sich auch gegen Schweine- und Geflügelbetriebe. Ich möchte aber nicht über mir nur halbbekannte Branchen schreiben, daher geht dieser Text nur auf Milchrinder ein.

[2] Die FAO definiert Intensivtierhaltung ab 10 GVE/ha, für Milchviehbetrieben aufgrund des Flächenbedarfs für Futter irrelevant – keine Definition gibt es für Tiere pro Stall.

[3] Der optimale Temperaturbereich für ein erwachsenes Rind liegt bei 5 bis 10 Grad Celsius – bereits ab 25 Grad kann Wärmestress entstehen. Dass sich gerade moderne Offenfrontställe – von vielen Symbolbild für „industrielle Landwirtschaft“ gesehen - durch gute Belüftung auszeichnen ist ein kleiner ironischer Aspekt.

EU-Studie: Lebensmittel sind unbelastet

14. Januar 2015 20:04 von Fuchsy | Permalink | Kommentare (0) | Kommentare via RSS

Wie ist es eigentlich um die Qualität unseres Essens bestellt? Umweltschutzskandale und kritische Berichte über industrielle Landwirtschaft lassen nichts Gutes vermuten. Wahr ist jedoch, dass sich in Lebensmitteln größtenteils keine Pestizide nachweisen lassen.

Vogelscheuche
Garantiert nicht im Essen nachweisbar: Vogelscheuche / CC BY-NC-ND

78.390 Proben aus ganz Europa

Wenig Beachtung fand eine groß angelegte EU-Lebensmittel-Studie, deren Ergebnisse im Dezember 2014 veröffentlicht wurden. Lebensmittelproben aus dem gesamten EU-Raum, inkl. Norwegen und Island, wurden auf Grenzwertüberschreitungen bei Pflanzenschutzmittel getestet. Insgesamt waren es 78.390 Proben aus 29 Ländern, die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und nationalen Programmen analysiert wurden.

Die gute Nachricht: In 97,1% aller Proben lagen die Pestizidrückstände (deutlich) unterhalb der erlaubten Grenzwerte. Während bei 3,1% aller konventionellen Lebensmittel die Werte überschritten wurden, lag dieser Anteil bei Bio-Lebensmittel lediglich bei 0.8% und bei Babynahrung bei 0,6%. Erhöhte Grenzwerte finden sich signifikant mit 7,5% bei importieren Lebensmitteln aus Drittstaaten.

0,02% wären bedenklich – äße man sehr viel davon

Eine Grenzwertüberschreitung stellt noch kein Gesundheitsrisiko dar [1] – mit großem Sicherheitspuffer sind die Werte festgelegt. Ein kurzfristiges Risiko konnte lediglich in 0,02% der Fälle festgestellt werden – eine Gesundheitsgefährdung wäre hier bei regelmäßigem kiloweisen Verzehr der belasteten Lebensmittel nicht auszuschließen. Langzeitfolgen durch Pestizide in Lebensmitteln sieht die EFSA in keiner Form gegeben.

Pestizide oft überhaupt nicht nachweisbar – auch bei Nicht-Bio

Das die verantwortungsbewusste Verwendung von Pestiziden funktioniert, zeigt aber ein andere Zahl deutlicher: In 53% aller Proben konnten keinerlei Rückstände von Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen werden – bei Bio-Lebensmitteln lag dieser Anteil bei 85%.

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Bio-Lebensmitteln bedeuten übrigens keineswegs, dass heimlich Pestizide ausgebracht wurden oder die Kontrollen nicht funktionieren. Im Bio-Landbau sind ausgewählte Schutzmittel erlaubt (bspw. Spinosad, ein Insektizid), hauptsächlich dürfte es sich aber um Rückstände aus Prä-Bio-Zeiten handeln.


[1] „Rückstandshöchstgehalte sind in erster Linie juristische Grenzwerte, keine toxikologischen Grenzwerte.“ [Quelle]

Download der Studie „European Union Report on pesticide residues in food“

#DNP14-Vortrag "Der digitale Kuhstall": Links und Präsentation

21. September 2014 23:04 von Fuchsy | Permalink | Kommentare (0) | Kommentare via RSS

Anhand einer speziellen Nische – der Landwirtschaft – wurde gezeigt, wie weit die zunehmende Robotisierung der Arbeitswelten schon fortgeschritten ist und welche Entwicklungen kurz vor dem Durchbruch stehen. Der Ersatz menschlicher Arbeitskraft durch Automatisierung und Algorithmen bringt nicht nur neue Möglichkeiten, sondern auch neue Herausforderungen. Vortragsbeschreibung auf der #DNP14-Website

(Video folgt)

Links zur Präsentation

Grüner Bericht
http://www.gruenerbericht.at/
Jährliche Analyse der agrarwirtschaftlichen Entwicklung sowie der sozialen und wirtschaftlichen Situation der österreichischen Land- und Forstwirtschaft.

Das langsame Ende des menschlichen Landwirts
http://www.robotergesetze.com/2014/01/das-langsame-ende-des-menschlichen-landwirts/
Es gibt kaum einen Bereich der Landwirtschaft, in dem nicht Roboter zum Einsatz kommen – oder bald kommen werden.

With Farm Robotics, the Cows Decide When It’s Milking Time
http://www.nytimes.com/2014/04/23/nyregion/with-farm-robotics-the-cows-decide-when-its-milking-time.html
Something strange is happening at farms in upstate New York. The cows are milking themselves.

Wirtschaftlichkeitsanalysen neuartiger Servicerobotik-Anwendungen und ihre Bedeutung für die Robotik-Entwicklung
http://www.ipa.fraunhofer.de/Wirtschaftlichkeitsanalysen_neuartiger_Servicerobotik-Anwendungen_und_ihre_Bedeutung_fuer_die_Roboti.1643.0.html
Im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) haben die Fraunhofer-Institute IPA und ISI ein Spektrum neuartiger und praxisorientierter Servicerobotik-Anwendungen beispielhaft konzipiert und deren Bedeutung für die Robotikentwicklung aus einer technischen wie wirtschaftlichen Perspektive heraus analysiert.

Fendt GuideConnect: Zwei Traktoren, ein Fahrer
http://www.youtube.com/watch?v=TTaS4JgSnKM
Hochgenaues GPS und ausgefeilte Steuerungstechnik machen das moderne „Gespann-Fahren" möglich. Während der Fahrer auf einem Schlepper sitzt, überwacht er einen zweiten. Wie sich der - von der DLG in 2011 mit Gold prämierte - Zweispänner fährt, berichtet profi.

Field Robot Event 2014
https://fre2014.uni-hohenheim.de/home
The international Field Robot Event is an annual open-air contest on an agricultural field, where students and their supervisors compete within several tasks in autonomous navigation and other tasks.

Mit Drohnen Rehkitze retten
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2162690/Mit-Drohnen-Rehkitze-retten#/beitrag/video/2162690/Mit-Drohnen-Rehkitze-retten
Drohnen, unbemannte Fluggeräte, sind als Kriegswerkzeuge berüchtigt und als Spione gefürchtet. Aber sie können auch Leben retten: Bei der Suche nach Vermissten und Verschütteten oder Rehkitzen im Feld.

Meet the New Drone That Could Be a Farmer’s Best Friend
http://modernfarmer.com/2014/01/precision-hawk/
Agriculture is a very sophisticated industry and farmers are very data hungry — and they have not been well served, historically, in providing that data. They need on-demand data, they need it very high resolution and they need it often.

AI, Robotics, and the Future of Jobs
http://www.pewinternet.org/2014/08/06/future-of-jobs/
Impacts from automation have thus far impacted mostly blue-collar employment; the coming wave of innovation threatens to upend white-collar work as well. Certain highly-skilled workers will succeed wildly in this new environment—but far more may be displaced into lower paying service industry jobs at best, or permanent unemployment at worst.

You Can’t Feed a Family With G.D.P.
http://www.nytimes.com/2014/09/17/upshot/you-cant-feed-a-family-with-gdp.html
Growth Hasn’t Translated Into Gains in Middle-Class Income: Until around 1999, overall economic growth tended to correspond with growth in earnings for middle-income Americans. Since then, the two have diverged sharply..

Links der Woche (V)

14. September 2014 20:04 von Fuchsy | Permalink | Kommentare (0) | Kommentare via RSS

Manches gewittert, vieles gefavt, einiges Unveröffentlicht: Die subjektive Liste der lesenswertesten Texte der Woche.

Das reale Dorf löst sich auf
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Das-reale-Dorf-loest-sich-auf/story/17547803/

Der Politologe Markus Freitag erforscht den sozialen Zusammenhalt der Schweiz. Sein Befund: Die Städte entdecken den Gemeinsinn, während die Dörfer anonymer werden.

Nach der Automatisierung
https://connected.tante.cc/2014/09/01/nach-der-automatisierung/

Aus gutem Grund bauen viele gesellschaftliche und politische Utopien auf einem Nukleus der Automatisierung auf. Wir müssen diese allerdings zu mindest so steuern, dass sie mehr als nur einer privilegierten Elite zugute kommt.

Schluss mit der Privatsphäre?
http://www.surveillance-studies.org/2014/09/essay-schluss-mit-der-privatsphaere/

Die Privatsphäre als Kollektivgut für mehr Autonomie.

Ich bin der Troll
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/hass-im-netz-ich-bin-der-troll-13139203.html

Die ersten Nachrichtenportale im Internet schließen ihre Leserkommentare, weil ihnen die Häme und der Hass dort auf die Nerven gehen. Wer sind die Leute, die das Internet vollschimpfen? Besuch bei einem Leserkommentierer, bei Uwe Ostertag.

Preventive digital self-defense?
https://tante.cc/2014/09/10/preventive-digital-self-defense/

The fight of a certain part of the digital culture vs. Google Glass and “the cyborgs” goes into another round: This time with the “Cyborg Unplug“.